KOM­MEN­TARE

Was die Be­hörden als neuen Zu­gang zum Bahnhof Bern vor­schlagen, ist im wahrsten Sinne des Wortes unterirdisch.

Es geht auch an­ders: BERN. KANNS. BESSER.

Wir sam­meln Ihre Vi­sionen, Ideen und Vor­schläge für Al­ter­na­tiven zur ak­tu­ellen Tun­nel­pla­nung. Jede Stimme zählt, wir freuen uns auf Ihren Kommentar! 

 

14 thoughts on “KOM­MEN­TARE

  1. Hir­schen­graben 2021 – ein­fach nichts gelernt!

    Vor etwa 30 Jahren haben wir die Schön­heit des Hir­schen­gra­bens zu­rück­ge­wonnen. Er wurde be­freit von wild par­kie­renden Autos. Zu­sammen mit den his­to­ri­schen Baum­reihen ent­stand eine etwas fran­zö­sisch an­mu­tende stadt­räum­liche Oase mit Kies­belag und Bänken unter den Bäumen. Was gibt es Schö­neres im öf­fent­li­chen Raum einer Stadt! Umso un­ver­ständ­li­cher ist es, dass die Stadt­be­hörden will­kür­lich nach diesem Juwel greifen. Diese wun­der­bare Naht­stelle zwi­schen Alt­stadt und neuer Stadt soll heute wieder einmal einem Ein­zel­in­ter­esse un­ter­ge­ordnet werden, ohne das All­ge­mein­in­ter­esse des öf­fent­li­chen Raums als Ganzes nach­haltig zu ge­wichten. Die be­reits heute ver­al­tete Kon­zep­tion einer Un­ter­füh­rung zum Bahnhof mit un­ter­ir­di­scher Ve­lo­ein­stell­halle wird das Stadt­juwel Hir­schen­graben zer­stören. Dies er­in­nert mich an die 1970er Jahre. Da­mals planten die Stadt­be­hörden eine vier­spu­rige Au­to­strasse, die so­ge­nannte H‑Lösung, über den Wai­sen­haus- und Bun­des­platz. Ein Jahr­hun­dert-Glück, dass da­mals die Ber­ne­rInnen so klug waren und nein sagten! Zu hoffen ist, dass sie im Jahr 2021 glei­ches tun und NEIN sagen zur Ver­schan­de­lung des Hir­schen­gra­bens! Keiner soll je be­haupten, dass er in der Lage sei, die ehr­wür­dige Kas­ta­ni­en­allee wie­der­her­zu­stellen. An­dere Städte er­setzen Schritt für Schritt ein­zelne Bäume, und zwar ohne eine Un­ter­füh­rung mit einem un­ter­ir­di­schen Ve­l­o­ab­stell­raum hin­ein­zu­zwängen in ein so wun­der­bares his­to­ri­sches Stadt­en­semble. Wir sollten ge­lernt haben, dass die Qua­lität des öf­fent­li­chen Raums und das sorg­fäl­tige Be­wahren his­to­ri­scher Plätze im Mit­tel­punkt einer zu­kunfts- und kli­ma­ge­rechten Stadt­po­litik stehen muss. Schützen wir das städ­te­bau­liche Erbe und Juwel Hir­schen­graben in seiner heu­tigen Form und lassen wir uns nicht blenden von Fake-Bild-Gra­fiken einer schönen neuen Welt. 

    Jürg Sulzer, Prof. Dr.-Ing. ehem. Stadt­planer von Bern

    1. Lieber Jürg,
      ist es so da­neben, wenn in die 8000 An­kom­menden pro Spit­zen­stunde dank 60m län­gerer Bahn­hof­un­ter­füh­rung zwi­schen den Hir­schen­graben-Bäumen auf­tau­chen an­statt vor einem Licht­si­gnal­ge­re­gelten Bu­ben­berg­platz und dann erst noch auf der an­dern Seite vom Tram (alle 40 Se­kunden!) über­fahren zu werden? Ist denn der heu­tige Hir­schen­graben schöner?
      Hast nicht du die City-Schiene mit den beiden Bahn­höfen Wank­dorf und Eu­ro­pa­platz lan­ciert? Da werden mehr Leute hof­fent­lich die S‑Bahn nehmen! Denk doch auch an die neuen Schul­plätze der Fach­hoch­schulen in Biel und Aus­ser­hol­ligen, den Campus in Burg­dorf. Diese Leute möchten ein ra­sches Um­steigen zwi­schen Bahn und Tram/​Bus!

      1. Lieber Peter,
        ja ge­wiss, als Stadt­planer muss man stets alle Aspekte denken. Zahlen geben aber nur einen Aus­schnitt wieder. Sie bilden nie­mals das ganz­heit­liche Ver­halten der Men­schen in der Stadt ab. Bei­spiels­weise ist es kein Ar­gu­ment, dass mor­gens und abends je­weils wäh­rend einer Stunde 8000 Men­schen über den Platz gehen, noch dazu bei einer 40-Se­kunden-Tram­fre­quenz. An­ge­sichts der stadt­his­to­ri­schen Um­ge­bung gibt es ei­gent­lich nur eine Ant­wort: Man kann auch mal eine Mi­nute warten und Sorg­falt üben ge­gen­über dem in­takten Welt­kul­tur­erbe. Nie­mals sollten wir die alte Ver­kehrs­pla­nung aus den 1970ern aus­graben, wo­nach der Au­to­ver­kehr die Fuss­gän­ger­fre­quenz über den Platz be­stimmt. Besser ist es, keine tech­ni­schen Bau­werke zu rea­li­sieren. Nur so können wir lau­fend nach­steuern. Wenn wir den his­to­ri­schen Hir­schen­graben wegen ein paar frag­wür­digen Zahlen bau­lich zer­stören, gibt es kein Nach­steuern mehr. Ja, und die Ve­lo­sta­tion wird ein­fach dort un­ter­ge­bracht, wo es den Be­tei­ligten am we­nigsten kostet: im wun­der­baren öf­fent­li­chen Raum des Hir­schen­gra­bens. Bern kann es ganz­heit­lich besser, und lehnt diese tech­no­kra­ti­sche Ein­zel­pla­nung ab!
        Prof. Dr.-Ing. Jürg Sulzer, ehem. Stadt­planer von Bern

  2. Eben­falls ein nein von mir. Das Pro­jekt Zu­kunft Bahnhof Bern ist nicht erst seit ges­tern be­kannt. Scheinbar wurde es ver­säumt zeit­ge­recht eine gross­räu­mige Be­trach­tung des ge­samten Pe­ri­meter vom Bahn­hofs­par­king, Hir­schen­graben über den Bu­ben­berg­platz bis zum Bahnhof zu ver­an­lassen. Das Haupt­pro­blem in­ner­halb der Stadt­ver­wal­tung ist das un­säg­liche Gärt­li­denken der ein­zelnen Di­rek­tionen: Ei­ner­seits sitzen Stadt­pla­nung, Hoch­bauten, Im­mo­bi­lien in einer Di­rek­tion. Stadt­grün, Ver­kehr und Tiefbau in einer an­deren Di­rek­tion. So­lange dieses sys­te­mi­sche Pro­blem nicht an­ge­gangen wird, sehe ich für eine nach­hal­tige, zu­kunfts­ge­rich­tete, öko­lo­gi­sche Stadt­ent­wick­lung schwarz.

    Quelle: Bund-On­line­kom­mentar vom 15.1.2021

  3. Das Pro­jekt sollte im Hin­blick auf die nach­hal­tigen Er­run­gen­schaften des Home-Of­fice nach der Co­rona-Krise neu be­wertet werden. Zudem ist auch die Berner Be­völ­ke­rung ge­gen­über dem Abbau von städ­ti­schen Grün­flä­chen in den letzten beiden Jahren kri­ti­scher geworden.

    Quelle: Bund-On­line­kom­mentar vom 15.1.2021

  4. Um­steigen vom Velo auf die Bahn, das ist schweiz­weit die De­vise! Nur eben sollten die Ve­l­o­ab­stell­plätze gratis und zen­tral beim Bahnhof sein!
    Warum dann nicht auf den (früher ent­eig­neten) Ge­länden der SBB?
    Muss statt­dessen auf Kosten der Stadt das Kleinod «Hir­schen­graben» hinhalten???
    Viel zu schade! Viel zu teuer!
    Des­halb retten wir Ber­ne­rinnen und Berner un­seren Hirschengraben!

    Quelle: Bund-On­line­kom­mentar von Beat Wa­cker, Prä­si­dent GLS vom 15.1.2021

  5. Jeder An­ge­bots­ausbau be­reitet nur den Boden für den nächsten Ausbau. Da ist der ÖV nicht besser als die Strasse. Wo soll das enden? Ich würde sagen «ar­rangez-vous». Wenn ich be­denke, was da an Kohle ver­lo­chet wird für den neuen RBS-Bahnhof, und warum? Für ein biss­chen mehr Platz auf dem Perron! Jede Grosstadt­metro ist stärker aus­ge­lastet, im Zug und an den Hal­te­stellen, und man lebt damit oder lässt es halt sein.
    Ge­nau­ge­nommen bauen wir da ja nicht den Bahnhof aus, ak­tuell ma­chen ihn nur kom­for­ta­bler und – das ist wohl das wich­tigste – schaffen jede Menge un­glaub­lich teure un­ter­ir­di­sche La­den­flä­chen, auf Staatskosten.

    Quelle: Bund-On­line­kom­mentar vom 13.1.2021

  6. Schon ei­gen­artig, dass in einer links-grünen Stadt eine bür­ger­liche, au­to­af­fine Pla­nung por­tiert wird. Wenn der MIV end­lich von Bahnhof- und Bu­ben­berg­platz ver­bannt würde, bräuchte es auch keine solch mas­siven Ein­griffe. Die Fuss­gänger würden näm­lich dort zir­ku­lieren, wo sie hin ge­hören – auf Ebene des Stadtraums.

    Quelle: Bund-On­line­kom­mentar vom 13.1.2021

  7. Herr Vollmer hat so Recht ! Leider hat es der Stadtrat ver­passt, einen Ue­ber­le­gungs­stop ein­zu­legen. Da bleibt nur noch ein Nein an der Urne. Bern ruht sich bä­ren­faul auf seiner po­tem­kin­schen Unesco-Alt­stadt aus, aus­sen­herum bleibt städ­te­bau­liche Qua­lität wei­terhin ein Wunsch­traum. Siehe Boll­werk-Schüt­zen­matte, City West, Eu­ro­pa­platz, Wank­dorf… und nun ist der Hir­schen­graben dran.

    Quelle: Bund-On­line­kom­mentar vom 13.1.2021

  8. Ein au­to­freier Bahn­hof­platz sollte im Zen­trum des Vor­haben liegen. Wäh­rend der Er­stel­lung des Tie­fenau-Tun­nels war dies auch mög­lich, die bis zu 25’000 Autos täg­lich haben nie­mandem gefehlt…Ich habe meinen Kin­dern ver­spro­chen, dass sie dies noch er­leben werden…

    Quelle: Bund-On­line­kom­mentar vom 13.1.2021

  9. Das ist städ­te­bau­lich und raum­pla­ne­risch ein­fach eine schlechte Lö­sung. Das sollte auch Mitte-links ka­pieren. Es geht hier nicht um einen po­li­ti­schen, son­dern um einen städ­te­bau­li­chen Ent­scheid, für den man viel Geld aus­gibt und der für Jahr­zehnte wieder Mass­stäbe setzt. Da darf es nicht bei einem un­be­frie­di­genden Murks bleiben.

    Quelle: Bund-On­line­kom­mentar vom 4.12.2020

  10. Diese ganze Bahn­hofs-In­fra­struktur wird nur zur vollen und halben Stunde be­nö­tigt; den Rest der Zeit ist sie über­di­men­sio­niert. Das zeigt, dass das Kon­zept der Kno­ten­ver­bin­dungen mti dem Takt­fahr­plan seine Grenzen er­reicht hat. Es be­räuchte eine wei­ter­ge­hende Ent­flech­tung, z.B. müssten ICs auch im Wank­dorf Halt ma­chen um den HB zu ent­lasten (ebenso in Zü­rich Altstetten).

    Quelle: Bund-On­line­kom­mentar vom 24.11.2020

  11. Danke Arpad Boa.
    Neben den Un­ter­füh­rungen Neu­en­gasse und Christoffel bitte nicht noch eine dritte Un­ter­füh­rung Hir­schen­graben! Früher gab’s auch noch die un­säg­liche Un­ter­füh­rung Bo­gen­schüt­zen­strasse-Schwa­nen­gasse. Ei­gent­lich sind die 70er Jahre vorbei, oder nicht?
    Warum ei­gent­lich werden nicht alle diese Un­ter­füh­rungen, die es ja schon gibt, zu­sam­men­ge­schlossen zu einer neuen Auto-Un­ter­füh­rung vom Boll­werk bis City West, zur kom­pletten Ver­le­gung der Strasse unter den Boden und zum end­lich ver­kehrs­freien Bundesplatz-Bubenbergplatz?

    Quelle: Bund-On­line­kom­mentar vom 17.11.2020

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